BILDUNG

Als Schulleitungsmitglied einer niedersächsischen Oberschule und als Kommissionsmitglied für das Kerncurriculum Geschichte sind für mich die Schulentwicklung, die Unterrichtsqualität und die Leistungssteigerung die dringendsten Aufgaben der nächsten Jahre. Dabei müssen die Schulen durch die Behörden stärker unterstützt werden.

GUTE BILDUNG FÜR ALLE

Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung, keine Bildung.
John F. Kennedy

Meine Frau und ich standen nach der Geburt unserer Töchter auch wie andere Eltern unter Anspannung, ob es denn mit dem Kita-Platz klappen würde. Gerade die letzten Wochen zogen sich hin, und wir überlegten bereits was wir denn machen, wenn wir die Plätze nicht bekommen. Sicherlich können die Großeltern aus Lüneburg und Rellingen bei Hamburg im Krankheitsfall mal einspringen, aber nicht über Wochen oder Monate. Nach dem Kindergarten kam die Frage der Grundschule. Auch die Anwahl der weiterführenden Schule war nichts für schwache Nerven. Das Jahr vorher hatte die Oberschule viel mehr Anwahlen als Plätze. Es hatte geklappt – die erste Tochter hatte den Platz. Doch zwei Jahre später wieder das gleiche Spiel. Bekommt die 2. Tochter auch die Oberschule? Es wäre ja nicht nachzuvollziehen, wenn sie nicht mit ihrer Schwester in eine Schule gehen würde.

Sicherlich kann man nicht alle Probleme sofort lösen, aber ich werde mich kontinuierlich für die Vereinbarkeit von Beruf & Familie einsetzen. Die Betreuung unserer Kinder in Kitas und Schulen darf nicht zu unnötigen Stress für uns Erziehungsberechtigten und den Arbeitsgebern führen. Die Vereinbarkeit muss eine Selbstverständlichkeit in allen Stadtteilen sein.

Die Junge Menschen wollen ihren eigenen Weg gehen. Sie sollen die Zeit bekommen, um die eigenen Talente zu entdecken und sich dafür in Schule und Hochschule auszuprobieren. Dabei müssen sie mit mehr und besser ausgestatteten Ganztagsschulen und modernen Berufsschulen, die auf die digitale Revolution in der Berufswelt vorbereitet sind, unterstützt werden. Bildung und Ausbildung sind mehr als eine Schmiede für den Arbeitsmarkt. Hier werden die Weichen für das ganze Leben gestellt.

Für jedes Kind sollen die Türen zu guter Bildung geöffnet sein. Dabei steht für mich fest, dass weder Geld noch Herkunft eine Rolle spielen darf. Ich stehe dafür ein, dass wir Bildung komplett gebührenfrei machen. Und zwar von der Kita über die Ausbildung und das Erststudium bis zum Master und zur Meisterprüfung. Damit schaffen wir gleiche Chancen und investieren in die Zukunft. Dafür muss Bremen mehr Geld in die Bildung investieren. Ziel ist mindestens pro Schüler so viel auszugeben, wie die anderen Stadtstaaten. Des Weiteren muss das unsinnige Kooperationsverbot zwischen dem Bund und den Ländern vollständig abgeschafft werden. Die meisten Kommunen (Gemeinden, Städte oder Landkreise) in Deutschland haben Probleme ihre Schulen zu finanzieren. Auf der anderen Seite sind die Überschüsse des Bundes so hoch wie noch nie. Daher halte ich ein Schulbauprogramm des Bundes für dringend erforderlich.

Bremen muss für Lehrkräfte ein attraktiver Arbeitgeber sein. Nur so können wir sicherstellen, dass in Zeiten des Fachkräftemangels junge Lehrerinnen und Lehrer ihren Dienst in Bremen antreten. Daher habe ich frühzeitig eine einheitliche Bezahlung für alle Lehrkräfte im Bundesland gefordert und in die Diskussion eingebracht. Die Bürgerschaft hat dies nun bereits umgesetzt. Die Arbeitsbedingungen sind allerdings genauso wichtig. Auch hier muss sich Bremen an Niederachsen orientieren.

Im Bildungsbereich, sei es im Qualitätsmanagement, der Unterrichts- und Schulentwicklung, muss man das Rad nicht immer neu erfinden. Ich möchte mich mit meinem Wissen aus Niedersachsen in die Diskussion einbringen und unsere Schulen entlasten. Die Dienstaufsicht im Land Bremen muss sich als Dienstleister für die Schulen, Eltern, Schulleitungen, Lehrer und Schüler/innen verstehen. Dieses Unterstützungsangebot muss evaluiert und ggf. neu ausgerichtet werden.